17.11.2023 · Osthessen-Zeitung.de · Hünfeld

Millionen-Investition für Brennholzwerk - Produktionszeit halbiert

Einen richtigen Boom angesichts steigender Energiepreise seit dem vergangenen Jahr erlebt aktuell die Brennholz-Branche. Das lässt sich auch im Brennholzwerk in Hünfeld-Mackenzell bemerken.

Millionen-Investition für Brennholzwerk - Produktionszeit halbiert

Einen richtigen Boom angesichts steigender Energiepreise seit dem vergangenen Jahr erlebt aktuell die Brennholz-Branche. Das lässt sich auch im Brennholzwerk in Hünfeld-Mackenzell bemerken. Der 58-jährige Inhaber Siegfried Klingl berichtet von einer kontinuierlich steigenden Nachfrage. Um effektiver, schneller und preiswerter produzieren zu können, hat er in neue Anlagen für insgesamt rund 1,65 Millionen Euro investiert.

Rund 16.000 Quadratmeter groß ist die Firmenfläche in Mackenzell, berichtet Klingl. 2010 habe er mit drei Mitarbeitenden angefangen, mittlerweile seien es zwölf Mitarbeitende. „Wir sind einer der größten Brennholzhändler in Deutschland“, gibt er an. Um dieses Niveau halten zu können, sei das Werk kontinuierlich umgebaut und angepasst worden. Im Angebot gibt es Brennholz, Pellets und Briketts, die bereits ofenfertig bearbeitet und ganzjährig lieferbar sind. Erworben werden könne ebenso Anmachholz sowie einen Hackklotz in passender Höhe.

Im vergangenen Jahr habe es einige wichtige Modernisierung-Maßnahmen gegeben, teilt der 58-Jährige mit. Dazu gehört beispielsweise die Anschaffung eines Hightech-Ofens, der emissionsfrei arbeite, für rund 600.000 Euro. Hinzu kämen insgesamt vier Trockenkammern für rund 700.000 Euro, die ebenfalls emissionsarm und fast geräuschvermindert laufen könnten. „Alles läuft computergesteuert über Schaltanlagen“, berichtet der Inhaber. Der nötige Strom für die Produktion komme unter anderem über eine PV-Anlage auf dem Dach, die 350.000 Euro gekostet habe: „Es macht uns relativ autark.“ Frisch geliefertes Holz könne durch die hochwertige Technik bereits in vier Tagen so getrocknet werden, dass sie für Öfen geeignet sei. „Das ist doppelt so schnell wie vorher“, hebt er hervor.

Derzeit sei die Nachfrage etwas verhaltener als noch in den Vorjahren, erzählt Klingl. Das liege an unterschiedlichen Faktoren. Viele Kunden hätten im vergangenen Winter mit Blick auf die Gaskrise Holz gekauft. Durch den milden Winter seien die angelegten Vorräte noch nicht verbraucht: „Das schlägt sich nieder.“ Hinzu kämen viele neue Mitbewerber, welche an dem Markt mitverdienen wollen würden, ergänzt er: „Es herrscht eine Goldgräberstimmung.“ Für den Winter wünscht sich der Inhaber ein gutes Geschäft und dafür idealerweise viel Schnee und Kälte. Generell sei die Nutzung von Holz als nachwachsender Rohstoff sehr gefragt: „Die Nachfrage steigt von Jahr zu Jahr, kontinuierlich.“

Dynamisch gestalte sich ebenfalls die Verfügbarkeit von Lieferungen bestimmter Holzarten, gibt der 58-Jährige an. Durch ein gut aufgestelltes Händlernetzwerk sei das Brennholzwerk auch in der Krise lieferfähig geblieben, während andere Anbieter ausverkauft waren. Speziell die Buche habe es im vergangenen Jahr getroffen, so der Inhaber: „Die war komplett Mangelware. Dieses Jahr gibt es ein Überangebot.“

Mit seinem Brennholzwerk unterstützt Klingl auch einige wohltätige Vereine, die sich unter anderem für Tierschutz einsetzen. Ein Teil der Einnahmen werde dazu gespendet, um beispielsweise Hunde aus Tötungsstationen zu retten. Der 58-Jährige und sein Team freuen sich über weitere Vorschläge von Vereinen, die finanzielle Unterstützung benötigen: „Die können sich jederzeit hier melden. Wir sind offen für alles.“

Brennholzwerk Produktion
Original erschienen bei Osthessen-Zeitung.de, 17.11.2023 (Hünfeld)